Aktuelles

Nachruf Peter Janßen

Innenarchitekt Peter Janßen †

Unser geschätztes Vorstandsmitglied, Innenarchitekt Peter Janßen, verstarb am 28.01.24 nach kurzer Krankheit im Alter von 68 Jahren.

Peter war seit dem 21.03.2007 Mitglied der VAA und fast 11 Jahre lang bis zu seinem Tod aktueller Schatzmeister, Mitglied der AKNW-Vertreterversammlung und des Ausschusses Innenarchitektur von 2016 bis 2021.

Seine ruhige, besonnene Art und seine gewissenhafte Tätigkeit, oft mit einer Prise Humor begleitet, haben wir immer geschätzt.

Peter, wir vermissen Dich!

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Biennale di Venezia – alter, neuer Kraftort

Ausstellungshallen des Arsenal der Architektur-Biennale in Venedig

Die Architektur-Biennale 2023 war unter dem Motto „Zukunftslabor“ für die beteiligten Länder wieder große Bühne für Auseinandersetzungen zu Themen wie

... Ressourcenverbrauch, Klimakrise, Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit der Architektur, diesmal mit den Schwerpunkten Dekarbonisierung und Dekolonisation am Beispiel Afrikas – für VAA-Mitglieder Anlass, sich über aktuelle Entwicklungen vor Ort zu informieren. Verteilt über das weitläufige Gelände von Arsenal und Gardini im Stadtteil Castello östlich des historischen Stadtkerns sowie in verschiedenen Palazzi im Zentrum selbst, zeigte sich dem Besucher eine faszinierende Symbiose aus Alt und Neu, aus zukunftsweisenden Fragestellungen und Projekten inmitten historischer Bau- und Stadtbaukunst.

Mit der vor 120 Jahren ins Leben gerufenen Biennale di Venezia gelang es Italien, den Anschluss an die internationale Kunstszene zurückzugewinnen, die sich zwischenzeitlich schwerpunktmäßig eher in London, Paris oder New York abspielte. Als Biennale-Standort schien das historische Arsenal- Gelände, das bereits ab 1104 der ehemaligen Republik Venedig als weltweit größte Schiffswerft gedient und zu großer Seemacht verholfen hatte, aufgrund vorhandener, alter Schiffshallen auf weitläufigem Areal bestens geeignet. Ein bis heute bewährter Standort, dessen Besichtigung sich lohnt – nicht nur wegen der teilweise hochinteressanten Ausstellungen: Das Arsenal bietet mit historischen Gebäuden entlang des alten Hafenbeckens den spektakulären Rahmen für die im jährlichen Wechsel stattfindenden Kunst- und Architektur-Biennalen, genauso wie die am Rand der Lagune gelegenen Gardini mit den individuellen Länderpavillons.

Beim Spaziergang durch die als Ausstellungsort genutzten, 300 Meter langen Arsenal-Hallen wird nach Ideen und Umsetzungs- möglichkeiten einer besseren Zukunft gefragt, ob Gesetze zu brechen und neue Regeln aufzustellen sind, ob nicht unsere Wahrnehmung für Neues zu verändern, kritisches Bewusstsein zu schärfen, ein Loslassen vom Ewigkeitsbauen und nur noch ein Denken und Planen in Provisorien notwendig ist. Mehr Bauen im Bestand, Wiederverwe dung vorhandener Baumaterialien, in Afrika erfolgreich angewandte, botanische Architektur als spannend aufbereitete Themen.

Beeindruckt von der Architektur im Inneren, gedanklich noch bei der Zukunftsfähigkeit unserer gebauten Umwelt führt der Weg hinaus: Zauber des Lichts, Stille und Weite des musealen Hafenbeckens mit restaurierten Handwerkerhallen, die von dorischen Säulen getragene Schiffswerft, Krantürme und Hafeneinfahrt berühren die Betrachter – kaum vorstellbar, dass hier über Jahrhunderte hinweg emsige Geschäftigkeit mit bis zu 16 000 Arbeitern wie am Fließband herrschte. Einst Kraftort, wo hier gefertigte Kriegs- und Handelsschiffe der Republik Venedig im Mittelmeerraum zu unermesslichem, noch heute sichtbaren Reichtum verhalfen – heute nicht nur Kulisse, sondern lebendig gewordener Ort der Phantasie und Kreativität als Ideenschmiede für die Welt von morgen.

Durch den ehemaligen Arbeiterbezirk Castello geht es zum Gardini, weiterer Biennale-Standort mit mehr als 80 Länderpavi lons in herrlicher Parkanlage, einst als Privatgärten wohlhabender Familien genutzt, dann unter Napoleon zum öffentlichen Park umgebaut; heute ist fast jeder Pavillon ein sehenswertes Meisterstück. Hier beeindruckte am meisten der 1909 nach antikisierenden Entwürfen eines venezianischen Architekten erbaute deutsche Pavillon mit dem Titel „Wegen Umbau geöffnet“: Die Kuratoren fordern eine neue Baukultur, die Umbau und Reparatur des Bestands in den Mittelpunkt stellt, Abfall, Müll und alte Baumaterialien wiederverwertet: Nach der Idee der „Rebiennale“ werden von Studenten und lokalen Initiativen seitlangem Abbruch-Materialien ehemaliger Biennalen gesammelt, katalogisiert, an unterschiedlichsten Orten neu verbaut und dazu genutzt, die Stadt intelligent zu reparieren. Als Gegenmodell zur ressourcenintensiven Konsummoderne wurde die Idee im Deutschen Pavillon aufgegriffen, wo alte Bauteile neben der Werkstatt abholbereit zur Wiederverwendung gestapelt stehen. Vorbildlich weltweit und auch für die eigene Baukultur.

Die Serenissima begeistert immer wieder. Resilienz und Karma der Stadt – lange Zeit Leid geprüft durch Hochwasser, Kreuzfahrtschiffe und Touristenströme – machen Mut und Hoffnung, dass Engagement für die Zukunftsfähigkeit unseres Planeten nicht chancenlos ist.

VAA/G.B.

 

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VVS 23: Kooperation stärken, Zukunft gestalten

Kollegengruppentreffen der VAA bei der Vertre- terversammlung 2023.

Die zweitägige Vertreterversammlung der Architektenkammer NRW ist – neben dem unverzichtbaren Sommerfest – immer ein besonderes Highlight: 

... Hier können Früchte vergangener Jahre geerntet, neue Saat gesetzt, Kontakte zwischen Verbänden für weitere Projekte unmittelbar genutzt werden. Es werden Ergebnisse von Beschlüssen vergangener Jahre vorgestellt, Bilanz gezogen, Anträge zu Berufspolitik und Kammerarbeit formuliert, neue Weichen gestellt – ein fruchtbares und bereicherndes Zusammenspiel der Kräfte!

Für die in das Architektenparlament gewählten VAA-Vertreter begann die Tagung zur Kollegengruppensitzung am Freitagmorgen mit Infos zur Lage der Bauwirtschaft, der Kammer, des Versorgungswerkes. Das Programm setzte sich im Laufe des Tages fort mit Diskussionen zu eigenen und eingereichten Anträgen und fand seinen Abschluss beim geselligen Zusammentreffen aller Verbände zum Abenddinner der AKNW. Hier war nochmal gute Gelegenheit, Positionen auszutauschen, Kontakte zu stärken und den Tag miteinander ausklingen zu lassen.

Die VVS am nächsten Tag war ein atemb raubender, gekonnter Ritt durch die lange Tagesordnung: Nichts ausgelassen, umsichtig alle Punkte thematisiert wie Grußwort der Ministerin, Berichte des Präsidenten, des Geschäftsführers, vom Versorgungswerk - gleichzeitig geprägt von vielen Anträgen der Verbände und zahlreichen Nachwahlen. Kam- merpräsident Ernst Uhing forderte in seiner Rede die notwendige Bauwende, ein Ende des desolaten Zustands im Wohnungsbau, von Seiten der Politik innovative und experimentelle Ideen beim Bauen zuzulassen, als Schlüssel zu Beschleunigung die Digitalisierung umzusetzen; und er schlug zur wirksameren Umsetzung eine „Düsseldorfer Erklärung“ vor. Bauministerin Ina Scharrenbach forderte ein Normen-Moratorium, um den immer komplexeren Aufgaben und der Normenflut zu begegnen – Bauen müsse wieder einfacher, Planungsrecht integriert und schneller, Bauanträge forciert werden.

Auf Antrag der VAA und nach einstimmigem Beschluss der VVS wird die AKNW die „Charta der Vielfalt“ unterzeichnen: Seit 2006 gemeinnütziger Verein und Arbeitgebendenitiative zur Förderung von Vielfalt und Chancengleichheit in Institutionen und Unternehmen, von 4900 Unternehmen mit 15 Mio. Beschäftigten unterzeichnet und mit Bundeskanzler Scholz als Schirmherr.

Ziel ist eine Arbeitswelt mit Wertschätzung gegenüber allen Mitarbeitern - unabhängig von Alter, Ethnie, Geschlecht oder sozialer Herkunft. Damit hat sich die Kammer dem Aufruf, auf Kooperation und gesellschaftliches Miteinander zu setzen, angeschlossen; die Kammer-Aktivitäten liegen dabei z. B. bei Beratung, Begegnung, Mitgliederbindung und speziellen Bildungsangeboten.

In Zeiten von Baukrise, Krieg und gesellschaftlicher Verwerfung war die 71. VVS eine großartige Veranstaltung, die einheitliches Handeln und konstruktives Miteinander sign lisierte - für die VAA spannende Tage mit viel Diskussion, Erkenntnisgewinn und neuen Zukunftsaufgaben.

VAA/ G.B.

 

 

 

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VAA in Dortmund: morgens Klausur, mittags Hochofen, abends BergmannBier

Die VAA auf Phönix-West

Mitte September kamen Mitglieder der VAA zu ihrer traditionellen Klausurtagung in der Sparkassenakademie NRW am Phoenix See in Dortmund zusammen, um in den Räumen der  800 Jahre alten Hörder Burg über aktuelle und zukünftige, für die VAA wichtige Themen zu beraten und zu entscheiden. 

Bei der Ankunft am Phoenix-See immer wieder bemerkenswert: der Transformationsprozess auf dem Gelände des ehemaligen Hörder Hüttenwerkes, wo sich innerhalb kurzer Zeit ein aufgegebenes Industriegelände zum beliebtesten Arbeitsplatz-, Wohn- und Freizeitstandorte mit Phoenix-See als städtebaulichem Herzstück entwickelt hat – und entsprechenden Wachstums- und Struktureffekten für den gesamten Stadtteil.  

Von derart sichtbaren Veränderungsprozessen motiviert startete die VAA am Morgen in kleinen Arbeitsgruppen zu allerdings eher abstrakten Diskussionsthemen wie Zukunft und Selbstverständnis, Bedeutung von Social Media, Einbindung von JuniorArchitektInnen. Die Ergebnisse der Gruppendiskussionen erwiesen sich als fruchtbar und breit gefächert, jeder konnte sich mit spezieller Sicht der Dinge kreativ einbringen, die Entwicklung der VAA bereichern und letztlich mitprägen. Es blieb der Eindruck von Wandel und Veränderung, Weiterentwicklung und Interaktion in einem zunehmend digitaler werdenden Zeitalter, Bereitschaft zu offenen Gesprächen zwischen allen Seiten und einer fundierten, zukunftsfähigen Perspektive für die VAA - eine Generationen übergreifende, spannende Aufgabe.  

Auf dem ehemaligen Werksgelände Phoenix-West folgte nachmittags für die VAA-Teilnehmer der baukulturelle Teil, um bei einer 2-stündigen, geführten Wanderung alte Stahlwerksgeschichte neben neuer Technologieentwicklung zu erleben. Teile des alten Hochofenensembles waren zwar vor 25 Jahren von chinesischen Arbeitern abgebaut, in hunderten Kisten verpackt und in China wieder aufgebaut worden, trotzdem sind die verbliebenen Fragmente überaus sehenswert und werden touristisch entsprechend vermarktet. Mit Helm und festem Schuhwerk ging es über den 26 m hohen Skywalk, einem stählernem Steg dem Verlauf einer alten Gasleitung folgend, Richtung Hochofenanlage, wo bis 1998 bei über 2000 Grad Hitze tagein tagaus Eisenerz in Roheisen verwandelt wurde. Hier oben wollte einst ein Investor die Idee einer Roof-top-Gastronomie realisieren, scheiterte aber an bautechnischen Vorgaben. Am höchsten Punkt auf 64 m Höhe erhielten wir einen grandiosen Ausblick über Dortmund und vollzogen so den Wandel vom Industrie- zum Technologiestandort. 

Beeindruckt von faszinierenden Ausblicken verschafften sich die VAA-Teilnehmer anschließend noch Einblicke in traditionelle Stehbierhallen- und Bierkultur des Ruhrgebietes: vor knapp 20 Jahren hatte ein Mikrobiologe die Markenrechte zum Dortmunder Bergmann Bier - bis 1971 fast 200 Jahre in Familienbesitz - erworben und braute fortan so erfolgreich, dass es 2017 zum Bau einer Braustätte mit Stehbierhalle auf Phoenix- West gegenüber dem alten Stahlwerk kam - mit Produktion sämtlicher Biersorten, Anfangs-Kapazitäten von 5000 hl und großen Wachstumschancen. Das Motto der Bergmann Brauerei - Harte Arbeit. Ehrlicher Lohn - konnten die VAA-Teilnehmer voll unterstützen und beschlossen einen ereignisreichen Tag. 

VAA/ GB

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Die VAA findet man jetzt auch auf Instagram

die VAA jetzt auch auf Instagram

Ab sofort hat die VAA auch auf Instagram.com einen Auftritt. Er ist erreichbar unter VAANRW.
Der Account wurde erst kürzlich eingerichtet und lebt davon, wenn er von möglichst vielen Usern geteilt wird. Gepflegt wird der Auftritt von unserem Mitglied Sascha Tschorn, der auch gern Inhalte veröffentlicht oder für Rückfragen zur Verfügung steht.

Zur Zeit befinden sich naturgemäß erst wenige Post's auf der Seite, was sich hoffentlich bald ändern wird. Hier kann sich jeder mit Beiträgen und Fotos, die inhaltlich mit der VAA im Zusammenhang stehen, beteiligen.

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