Jürgen Meinhard feiert 80-jährigen Geburtstag

Jürgen Meinhard feiert 80-jährigen Geburtstag

Jürgen Meinhard feiert 80-jährigen Geburtstag

Und wie war sein Werdegang? Nun, die Liebe zum Bauen entwickelte sich bei Jürgen Meinhard schon sehr früh, denn er hatte Gelegenheit, einem Architekten, der bei ihm zu Hause in Mettmann wohnte und arbeitete, beim Planen und Entwerfen über die Schulter zu schauen. Das motivierte ihn, in den Schulferien auch praktisch tätig zu werden und auf dem Bau zu arbeiten, zum einen, um ein kleines Taschengeld zu verdienen, vor allem aber auch, weil ihm die Arbeit und die Atmosphäre dort gefielen. Somit schien bei ihm die berufliche Richtung vorgegeben: nach dem Abitur im Jahr 1961 absolvierte Jürgen Meinhard weiter verschiedene Praktika auf dem Bau und begann im Jahr 1963 das Hochbaustudium an der damaligen, staatlichen Ingenieurschule in Wuppertal, wo er im Jahr 1966 auch seinen Abschluss machte.
Und dann kamen die ersten Stationen im Berufsleben, die er in freien Büros verbrachte: er startete mit einer dreijährigen Tätigkeit bei dem Wuppertaler Architekten und Eiermann-Schüler Heinz Kisler, gefolgt von vier Jahren im Büro von Prof. Willi Balzer, Wuppertal, wo zu der Zeit jeder Auftrag aus einem gewonnenen Wettbewerb hervorging. Daran schloss sich eine dreijährige Tätigkeit bei Eberhard Ludwig in Düsseldorf im Bereich Wohnungsbau an. Während seiner Tätigkeit in den freien Büros konnte er an zahlreichen, größeren Projekten mitwirken, wie z.B. dem Concordia-Gebäude, Wuppertal oder das Altenheim in Homberg/Niederrhein, was er insgesamt als großes Glück empfand. Der Architekt Jürgen Meinhard war immer wieder - und ist es noch heute - fasziniert, zu erleben, wie das entsteht, was er sich als Planer und Architekt ausgedacht hatte – sei es im großen wie im kleinen Maßstab, im Detail oder im Entwurf ganzer Baukörper oder Siedlungen. Dann auch zu erleben, wie die eigenen Ideen und Visionen nicht mehr selber umgesetzt, sondern Handwerkern übergeben werden, die gegebenenfalls eigene Erfahrungen mit einbringen, es so zu einer fruchtbaren Diskussion kommt und die eigenen Vorstellungen perfektioniert werden - er empfand diesen Prozess als ständigen, kreativen Austausch mit dem Machbaren. Infolge der Krisenzeit im Baugewerbe in den Jahren 1974/75 war er froh, im Jahr 1976 eine Anstellung bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde in Mettmann zu finden, wo er später auch die Leitung - ergänzt um die Untere Denkmalbehörde – übernahm und dort bis 2003 für 27 Jahre tätig war.
Da Dipl.-Ing. Jürgen Meinhard das Berufsbild des Architekten immer viel bedeutete, brauchten die ehemaligen Kollegen Ernst-August Greef und Hans Zimmermann nur wenig Überzeugungsarbeit, um ihn für die damalige Liste “Angestellte Architekten“ – unsere heutige VAA Vereinigung Angestellter Architekten - zu gewinnen und für die 2. VVS Vertreterversammlung der AKNW im Jahr 1976 zu kandidieren. Zwar reichte die Stimmenzahl bei dieser Wahl noch nicht, wohl aber bei der nächsten Wahl zur 3. VVS. So wurde er am 14. März 1980 erstmalig gewählt. Seither – also über 40 Jahre – gehört er nun der VVS an.
Viele Jahre arbeitete er im Ausschuss “Planen und Bauen“ der AKNW, wobei er insbesondere an diversen Änderungen der Landesbauordnung mitwirkte. Das Arbeitsfeld innerhalb der AKNW hat sich aus seiner heutigen Sicht in den letzten 40 Jahren inhaltlich stark erweitert, so dass einige der ehrenamtlich tätigen Kolleginnen und Kollegen heute einen full-time-Job mit ihrem Ehrenamt erledigen. Trotzdem haben ihm die Verbandsarbeit in unserer VAA und die Aktivitäten in den Gremien der AKNW viel Freude gemacht - und werden es auch weiterhin tun. Denn die Arbeit in den Verbänden findet er sehr wichtig. Architekten/Architektinnen und Planer/Planerinnen vertreten nach außen hin zwar gleiche Interessen, in der Kammer gibt es jedoch auch divergierende Meinungen der verschiedenen Gruppen und Verbände, die ausdiskutiert werden müssen. Die Thematik, mit der sich
die Kammer mittlerweile beschäftigt, hat sich vom bautechnischen Bereich in den formellen, rechtlichen Bereich mit unendlich viel Lobbyarbeit verschoben. Wenn man erfährt, in wie viele Gremien, Arbeitsgruppen und Aktionsbündnisse die Kammer ihre Mitglieder entsenden muss, dann ist das nach seinem Eindruck nicht mehr allein durch Ehrenamtler zu schaffen. Für jedes noch so kleine Spezialgebiet wird ein eigenes Gremium gebildet! Aber auch in diesen Gremien muss die Kammer Vertreter entsenden, damit dort keine Entscheidungen getroffen oder Vorschriften beschlossen werden, die das Bauen unnötig weiter verkomplizieren und erschweren.
Auch wenn Jürgen Meinhard in der Unteren Bauaufsichtsbehörde 27 Jahre lang die Bauwünsche anderer geprüft hat, gehörte sein Herz doch weiterhin dem Beruf des Architekten an und er würde ihn heute wieder wählen. Sein Rat an die nächste Generation: gleichgültig, ob eine junge Kollegin/ein junger Kollege die berufliche Zukunft als Architekt/Architektin, Prüfer/Prüferin bei der Bauaufsicht oder als Stadtplaner/Stadtplanerin sieht, sollte er oder sie immer eine längere Zeit auf einer Baustelle die Praxis kennenlernen. Das hilft bei der Umsetzung der Ideen und schafft Verständnis für das Machbare vor Ort. Und nebenher sollten sie natürlich das berufspolitische Engagement als weiterer Grundpfeiler eines sinnerfüllten Berufslebens nicht vergessen! G.B.